Schlafstörungen sind für viele Menschen ein großes Problem, denn sie bringen Körper und Geist in ein inaktives Stadium. Bei Untersuchungen im Schlaflabor kann man die Körper- und Hirnaktivitäten messen. Diese Untersuchungen zeigen, dass der Schlaf ein aktiver Vorgang ist, denn die Körperfunktionen und die Gehirnarbeit laufen weiter, aber etwas anders als im Wachzustand. Folgende Aktivitäten laufen während eines Tiefschlafs ab.
Das Immunsystem arbeitet während dieser Phase auf Hochtouren, durch vermehrte Bildung von weißen Blutkörperchen, die Bakterien und Viren vernichten können. Ein wichtiges Organ ist die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die während des Schlafs das Hormon Somatropin (Wachstumshormon) ausschüttet, das bei Erwachsenen die Knochen und Muskeln kräftigt.
Nebenbei ist das Somatropin verantwortlich für den Fettabbau. Menschen mit chronischem Schlafmangel neigen daher zu Gewichtszunahme. Auch die Zellen der Haut regenerieren sich im Schlaf, Hautverletzungen heilen im Schlaf besser ab. Während der Einschlafphase wird auch vermehrt das Hormon Renin ausgeschüttet, das die Arbeit der Nierenfunktion verstärkt, wodurch in der Schlafphase körpereigene Giftsubstanzen über die Blase ausgeschieden werden. Weiteres wird in der Einschlafphase Melatonin frei gesetzt, das die Schlafphase verlängert und damit das Herz-Kreislaufsystem stärkt. Dabei sinkt die Atemfrequenz und Körpertemperatur. Der Zuckerstoffwechsel wird während des Schlafs aktiviert, indem das Insulin Zucker im Blut abbaut. Fehlt der Schlaf bleibt der Blutzuckerspiegel hoch, was bei Diabetikern schwere Folgen haben kann.
Cortisol, auch Stresshormon genannt, wird gegen Ende des Schlafrhythmus freigesetzt. Dies führt zu einer Erhöhung des Testosteron Spiegels (Sexualhormon), was wiederum beim Mann zu einer Erektion und bei Frauen zu einer stärkeren Durchblutung der Vagina führen kann.
Weiterhin werden in der Tiefschlafphase Erlebnisse, die für einen als wichtig empfunden werden, im Gehirn vom Zwischenspeicher in den Langzeitspeicher verlegt.
So sehen Sie, dass der Schlaf für die Erhaltung der Gesundheit immer wichtig ist.
Was sind aber die häufigsten Schlafräuber? An erster Stelle steht der Stress, sowohl beruflich als auch privat, gefolgt von Schnarchen und Krankheiten. Auch Lärm, Licht und erhöhte Raumtemperatur können zu einem verminderten Schlaf führen.
Versuchen Sie ihrer Schlaflosigkeit auf den Grund zu gehen. Erkennen Sie die Ursachen, aber bedenken sie, dass Psychopharmaka nicht das Mittel der ersten Wahl sein sollten.
