Das trockene Auge!
Viele Menschen suchen die Ordinationen mit den Symptomen, wie brennen, jucken und verstärkten Tränenfluss in den Augen auf. Diese sehr unangenehme Erkrankung wird trockenes Auge oder Sicca-Syndrom bezeichnet.
Beim trockenen Auge wird die Oberfläche (Bindehaut) zu wenig mit Flüssigkeit benetzt, einerseits durch zu wenig Produktion oder andererseits durch eine Störung der Substanzen in der Tränenflüssigkeit. Es kommt zur Reizung und zum Brennen im Auge.
Ein gesundes Auge wird durch den Tränenfilm befeuchtet und gleichzeitig vor Keimen geschützt. Denn diese Flüssigkeit enthält neben Wasser auch Abwehrstoffe gegen Keime, es sollen ca. 700 Substanzen in einem Tränenfilm (ca. 10 Mikrometer dünn) vorhanden sein. Gerade beim trockenen Auge sollte man keine Selbstmedikation durchführen. Immer wieder wird eine Behandlung mit Kamillentee empfohlen, diese kann massive allergische Reaktionen auslösen und damit noch mehr austrocknen. Zur Behandlung vom trockenen Auge stehen Tränenersatzmittel zur Verfügung, die einen hohen Bestandteil von Hyaluronsäure besitzen. Diese künstlich hergestellte Säure enthält kein Fremdeiweiß und kann dadurch auch keine allergischen Reaktionen auslösen. Durch die verschiedenen Konzentrationen an Hyaluronsäure in der Flüssigkeit ändert sich auch die Viskosität und damit die Zeit, wie lange der Tränenersatz am Auge haften bleibt. Bei der Anwendung der Flüssigkeit gibt es 2 Darreichungsformen. Man unterscheidet zwischen einem Ein- und Mehrdosissystem, wobei die Flüssigkeit bei der Einmalgabe frei von Konservierungsmittel ist. Die Therapie eines Sicca Syndrom kann bis zu einer Dauertherapie führen.
Eine zweite Ursache für die Entstehung eines Sicca Syndroms ist eine Fehlfunktion der Fettschicht des Auges. Hier wird der Lidrand behandelt und zwar mit einem mit warmem Wasser befeuchteten Stofftuch, das man einige Minuten auf das geschlossene Auge auflegt, und damit die Durchblutung fördert und das verdickte Sekret verflüssigt.
Eine andere Methode wäre das Besprühen der geöffneten Augen mit einer Öl in Wasser Emulsion, die einen feinen Fettfilm auf die Augenoberfläche bringt, das Sehvermögen aber kaum beeinträchtigt. Diese Behandlung sollte über mehrere Wochen durchgeführt werden.
Bei starken Entzündungen (rote Augen) kann man zusätzlich cortisonhältige Substanzen verwenden, die rasch zu einer Entzündungshemmung und damit zu einer Linderung führen. Diese Art von Therapie sollte aber zeitlich begrenzt sein.
Neben der Therapie gibt es natürlich auch Maßnahmen um ein trockenes Auge verhindern zu können. Dazu gehören reichlich Flüssigkeitszufuhr, Arbeitsräume öfters lüften, Klimaanlage im Auto vermeiden, bei Computertätigkeit öfters Pausen einlegen und eventuell Luftbefeuchter in trocken Räumen aufstellen
