Achtzehn Höfe – Tausend Winkel
Wenn man heute in Korneuburg vom “Rundweg 18 Höfe” spricht, denken viele, diese Zahl wäre seit 700 Jahren gleich. Das stimmt aber nicht. Die Zahl 18 hat in der Stadtgeschichte immer eine andere Bedeutung gehabt.
Die erste Bedeutung: Die 18 reichen Höfe
Schon im frühen 14. Jahrhundert, um das Jahr 1300, vergab der Stadtherr etwa17 (+ einen Sonderhof) besonders reiche Bürgerhöfe. Das ist in den ältesten Stadtbüchern belegt. Diese Höfe gehörten Kaufleuten, die vom Donauhandel lebten. Damals galt die Zahl als Zeichen für Reichtum und Macht in der Stadt.
Die zweite Bedeutung: Über die Jahrhunderte – viele Höfe.
In den folgende 500 Jahren wuchs Korneuburg. Es kamen Handwerkerhöfe, wie der Bäckerhof oder Binderhof, dazu. Manche Höfe verschwanden durch Brände oder Umbauten. Eine feste Zahl gab es nicht mehr. “Hof” war einfach ein typisches Element der Altstadt.
Die dritte Bedeutung: Seit 1995 – die 18 Schauhöfe.
Erst 1995 bekam die Zahl 18 wieder eine feste Bedeutung. Damals legten die Stadtgemeinde Korneuburg und das Stadtmuseum den Rundweg “18 Höfe – 1000 Winkel fest”. Kriterien dafür waren: Guter Erhaltungszustand, Lage in der Altstadt, historische Bedeutung für Handwerk und Handel und Zugängigkeit für Besucher. Wichtig ist: Es sind nicht die 18 ältesten Höfe. Es sind 18 ausgewählte Beispiele aus 700 Jahre Stadtgeschichte.
